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DSL-Drosselung jetzt auch bei Congstar

Aufgrund des Vorstoßes der Deutschen Telekom, DSL-Flatrates ab einem bestimmten Datenvolumen zu drosseln, hatte es zuletzt heftige Diskussionen in Deutschland um das Thema Netzneutralität gegeben.

Durchsetzung der Drosselung wohl erst ab 2016

Nun berichtet der „Focus“ über Pläne der Telekomtochter Congstar, welche vorsehen nun auch bei der Telekomtochter monatliche Datenobergrenzen einzurichten, ab denen nur noch eine geringere Internetgeschwindigkeit verfügbar sein wird. Laut dem „Focus“ sollen die neuen AGBs mit Beinhaltung der „Drosselklausel“ innerhalb des nächsten Jahres kommen, die effektive Durchsetzung sei jedoch erst in 2 Jahren geplant. Als Quelle nennt der „Focus“ Kreise innerhalb der Telekom.

Telekom bereits mit konkreten Datengrenzen

Die Telekom hatte bereits klargestellt, wie eine Drosselung bei den Bonnern ausschauen wird: Man werde Kunden bei Ausreizen der Datengrenzen bis zum Ende des Monats auf 2 Mbit/s drosseln, je nach Vertrag nach 75GB Datenvolumen bis hin zu 400GB. Diese Regelung ist in den AGBs neuabgeschlossenen Telekomverträge seit dem 2. Mai zu finden.

Drosselung als normaler Bestandteil zukünftig abgeschlossener Internetverträge?

Die umsichgreifenden Änderungen der AGBs im Internetzugangsbereich bei vielen (wenn auch nicht allen) Providern zeigt eine zunehmende Tendenz: So sollen Kunden, welche Ihren Internetzugang aus der Sicht der Internetprovider „ekzessiv“ nutzen, extra bezahlen. Diese Tendenz hatte sich bereits über Jahre im Mobilbereich etabliert. Allerdings gab es hier auch 2 wesentliche Faktoren, die dies notwendig machten: So hatten die Provider massive Aufwendungen für Infrastruktur und Lizenz im Bereich UMTS zu tätigen und zum anderen sind die Mobilfunkmasten so angebunden, dass sich mehrere Nutzer die Geschwindigkeit „teilen“ müssen, was dazu führen könnte. Dies könnte bei unbegrenzter Nutzung insbesondere in Ballungsgebieten zu Engpässen und Kundenunzufriedenheit führen.

Da das Problem der geteilten Bandbreite aber speziell im Bereich DSL nicht auftritt, ist diese Änderung somit eher dem Bereich „Gewinnsteigerung“ denn Qualitätssicherung zuzuordnen. Die Telekombegründung der Notwendigkeit aufgrund des Netzausbaus hat da teilweise mehr Hintergrund, jedoch ist der Transport von Daten durch das Internet ein Geschäft, welches kostenseitig so gering ist, dass man eher davon ausgehen sollte, dass die Telekom den Aktionären eine Freude machen will. Im gleichen Atemzug sollte aber auch gesagt sein, dass durch diesen Vorstoß und das eventuelle Nachziehen anderer (oder sogar aller) Provider die Zeit der unbegrenzten Nutzung von Internetzugängen abgelaufen sein könnte.